Abstrichstelle, Fieberambulanz, Coronaschwerpunktpraxis – wo bekommt man Hilfe?

Seit über einem Monat verändert sich das öffentliche und private Leben im Eiltempo. Die Corona-Pandemie hat unser Land, die Welt, fest im Griff.

Die Menschen sind verunsichert, täglich wird auf die neuen Erkrankungszahlen geschaut, über Inzidenz, Virusverdopplungszeiten und Reproduktionsraten diskutiert. Unterschiedliche Meinungen der Virologen und Politiker tragen sicherlich auch zur Verunsicherung bei.

Dennoch muss man nach den von der Politik ergriffenen Maßnahmen feststellen, sie wirken. Die Virusausbreitung hat sich verlangsamt, die Krankenhäuser können ihrer Aufgabe bei der Versorgung der an Corona erkrankten Patienten bisher in vollem Umfang nachkommen.  Auffällig ist aber, dass deutlich weniger Patienten derzeit in die Notaufnahmen kommen aufgrund der Unsicherheit, sich möglicherweise am Corona-Virus anzustecken.

Das ist sicherlich ein Grund zur Beunruhigung, denn der Herzinfarkt, der Schlaganfall oder der Unfall machen wegen des Corona-Virus keine Pause.

Behauptungen aber, dass das Krankenhaus derzeit der sicherste Ort in der Corona-Krise sei, ist aber falsch.

Die meisten Corona-Erkrankungen (ca. 80%) verlaufen blande oder sogar symptomlos, werden häufig gar nicht diagnostiziert. Dennoch sind auch diese Patienten ansteckend und können unerkannt weitere Menschen infizieren. Aus diesem Grunde wurde das öffentliche Leben weitgehend „nach unten“ gefahren und die Testung auf das Virus deutlich ausgeweitet.

Aber wo kann oder sollte man sich testen lassen.

Aktuell gilt die Empfehlung des Robert Koch Instituts, dass sich symptomatische Patienten nicht nur aus Risikogebieten oder mit einem bekannten Kontakt zu einem an Corona erkranktem Patienten mit Symptomen wie Fieber, Husten, Dyspnoe, Geruchsverlust testen lassen sollten. Die Patienten sollten dazu zuerst unbedingt telefonischen oder wenn möglich über eine Videosprechstunde Kontakt mit ihrem Hausarzt aufnehmen. Die Praxis sollte ohne Aufforderung nicht aufgesucht werden. Der Hausarzt, in Ausnahmefällen auch der Facharzt, erfragt die Symptome und entscheidet über die Notwendigkeit einer Testung. 

 

In Halberstadt bestehen für diese Diagnostik zwei Möglichkeiten:

Seit vier Wochen besteht die Abstrichstelle in der Trauteweinstraße 19. 

 

Seit dem 9.4.2020 wurde in kurzer Zeit und in enger Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen- Anhalt und Ärzten des Medinetz Harz e.V. in den Umkleideräumen der Turnhalle am Ärztehaus „Alte Schule“ in der Bismarckstraße eine Schwerpunktpraxis für Corona-Verdachtsfälle und bereits diagnostizierte Corona-Patienten eröffnet.

Der Unterschied zur Abstrichstelle ist schon im Namen erkennbar, es handelt sich um eine Arztpraxis, die Patienten werden nicht nur „abgestrichen“, sondern ärztlich untersucht, Entscheidungen über den weiteren Verlauf werden getroffen, wenn nötig auch eine symptomatische Therapie eingeleitet und notwendige Dokumente wie eine Krankschreibung ausgestellt. In der Regel erfährt der Patient das Testergebnis 24 Stunden nach der Untersuchung. Bei positivem Testergebnis erfolgt die Information durch das Gesundheitsamt, bei negativem Testergebnis durch das Personal der Praxis. 

Wiedervorstellungen bei Corona-positiven Patienten werden über das Gesundheitsamt organisiert. 

Eine weitere Schwerpunktpraxis wird von Frau Dr. A. Kind, auch Mitglied im Medinetz Harz in Dedeleben betrieben, so dass auch die Versorgung auf dem Land gewährleistet ist.

 

Die Öffnungszeiten der Schwerpunktpraxis in Halberstadt sind täglich zunächst auch am Wochenende von 12.00-15.00 Uhr.

 

Liebe Patienten, 

wir können die Corona-Pandemie nicht mehr verhindern. Wir haben aber mittlerweile viel erreicht, die Erkrankungszahlen sinken, die Ausbreitung wurde verlangsamt. Dennoch bleiben Sie wenn möglich zu Hause!

Bleiben Sie aber aufmerksam, freuen Sie sich an den Schönheiten des Frühlings, nutzen Sie die Möglichkeiten des Internets für die Kommunikation mit Ihren Angehörigen und Freunden.

Im Notfall und bei Beschwerden steht für Sie ein leistungsfähiges und funktionierendes Gesundheitswesen zur Verfügung.

Die Ärzte und Schwestern vom Medinetz Harz wünschen Ihnen Geduld und Achtsamkeit, diese Krise zu überstehen!

Bleiben Sie gesund!  

 

Dr. Thomas Ulrich

FA für Innere Medizin/Pneumologie/Schlafmedizin

Mitglied im Medinetz Harz